Prolog

Wer etwas tut (oder auch unterlässt) oder sagt oder schreibt, provoziert Meinungen. Das ist wie ein Naturgesetz. Dieses Naturgesetz gilt für sogenannte »öffentliche Personen« in besonderem Maße. Politiker zum Beispiel oder Schriftsteller oder auch Künstler dürfen als öffentliche Personen gelten, wenngleich nicht jeder den Status »prominent« für sich deklarieren wird. Auch ich bin in gewisser Weise eine öffentliche Person, wenngleich nicht »prominent«. Über das, was ich tue, literarisch, künstlerisch, im Bereich des Politischen, wird in den Medien berichtet, meine literarischen Werke werden kommentiert, rezensiert. Naturgemäß bilden sich also Meinungen – über meine Ansichten von Welt, meine literarischen wie künstlerischen Werke, meine Person. Diese Meinungen können zutreffen. Sie werden um so eher zutreffen, je intensiver und differenzierter man sich mit meinem Tun, meinen »Ansichten« beschäftigt beziehungsweise auseinandersetzt. Diese Meinungen können jedoch auch ein (öffentlich kommuniziertes) Bild entstehen lassen, das mit der eigentlichen Person fast gar nicht (mehr) oder nur asymptotisch übereinstimmt. Solche Meinungen entstehen häufig durch »Voreingenommenheiten« oder selektive (subjektive) Wahrnehmung. Selektive Wahrnehmung ist prinzipiell menschlich. Es ist schon aus neurologischer Sicht unmöglich, dass ein Mensch zu jeder Zeit alle Informationen über eine Person oder einen bestimmten Gegenstand »verarbeiten« kann. Selektive Wahrnehmung bietet also einerseits einen Schutz gegen Informations- bzw. Reizüberflutung, sie kann andererseits jedoch auch zu einer Falle werden, denn sie erzeugt unter Umständen unscharfe oder verzerrte (verzerrende) oder missverständliche Urteile beziehungsweise auch, wenn es um moralische oder politische Positionen geht, Verurteilungen. Je nachdem, worauf diese (subjektiven) Verurteilungen bezogen werden, können sich daraus Stigmatisierungen entwickeln. Und wer ein Stigma (»Kainsmal«) trägt, hat es schwer, sich je wieder davon zu befreien. Dies gilt nicht zuletzt für sogenannte öffentliche Personen. Auch ich bin, wie gesagt, gewissermaßen eine öffentliche Person, wenngleich sich meine »öffentliche Bekanntheit« (noch) größtenteils auf den Lebensraum Siegen-Wittgenstein beschränkt. Ich bin Schriftsteller, Künstler, dazu seit Jahrzehnten im Politischen unterwegs. Ich halte mit meinen Ansichten zur Welt nicht hinterm Berg und also provoziere oder produziere ich fortlaufend Meinungen über meine Person. Diese können zutreffen, sie müssen aber nicht.

Dieser Internetauftritt ist ein weiterer Beitrag zur Meinungsbildung über meine Person.