WARUM SCHREIBEN?

Warum schreiben? Die Frage nach den Motiven des Schreibens oder Schaffens von Literatur ist so alt wie die Literatur selbst. Sie wird genauso oft gestellt wie die Frage, welche literarischen »Vorbilder« man habe. Im Grunde genommen ist diese Frage müßig. Man schreibt, weil man schreibt. Für mich ist das Schreiben keine »Obsession«. Es gibt sie ja, jene Schriftsteller, die von sich behaupten, sie müssten schreiben, Schreiben sei wie eine Sucht, lieber würden sie sterben, als mit dem Schreiben aufzuhören. Nun gut, so reden sie eben manchmal, die Schriftsteller, die »Wichtigtuer«. Tatsache jedoch ist und bleibt: Schreiben ist kein existenzielles Tun. Das eigene Leben ist nicht abhängig von einem Roman, den man schreibt; das eigene Leben ist abhängig vom Atmen, Essen, Trinken, Schlafen, vom Abführen dessen, was ein Körper nicht braucht, davon, dass man eine medizinische Versorgung erhält, wenn es einem nicht gutgeht, von Medikamenten, damit ein Schmerz auszuhalten ist. Eingestanden: Ich könnte sein, auch ohne zu schreiben, sogar zufrieden sein, durchaus, mit mir, meinem Leben und überhaupt. Es gibt schließlich genug zu tun – zum Beispiel Dachrinnen streichen oder gallische Feldwespen vor dem Aussterben retten. Max Frisch hat einmal in einem Interview, freilich »unernst«, geantwortet: »Ich schreibe, damit ich etwas zu tun habe, damit der Tag rumgeht, irgendwie.« Sinngemäß. Jeder weiß, Max Frisch hätte auch anderes tun können, Häuser bauen zum Beispiel oder Schwimmbäder, immerhin war er diplomierter Architekt. Aber er hat geschrieben, weil er a) das Bedürfnis hatte, sich auszudrücken mittels Text (Roman, Drama, Essays usf.) und b) weil er meinte oder der Überzeugung war, der Welt (Öffentlichkeit) etwas mitteilen zu müssen, was »irgendwie relevant« sei. Frisch wollte etwas »bewirken«, möglich, dass er (öffentliches politisches / moralisches) Bewusstsein verändern wollte, wie das bekanntlich auch Frischs literarischer »Ziehvater« Bertolt Brecht mit seinem »epischen Theater« intendierte. Ob Frisch auch »unterhalten« wollte mit seiner Literatur, ist nicht überliefert. Auch ich habe der Welt etwas mitzuteilen, ja, aber, im Gegensatz zu Frisch oder Brecht, will ich kein »Bewusstsein verändern«, wenigstens nicht absichtsvoll. Ich will niemanden »bekehren« oder von meiner persönlichen Sicht auf die Welt »überzeugen«. Wenn ich in Interviews nach dem Antrieb meines Schreibens gefragt werde, dann sage ich immer (und das ist dann kein Witz!): damit etwas bleibt, wenn ich nicht mehr bin. Das ist, auf den Punkt gebracht, das Kernmotiv meines Schreibens.

WERKE

1977, als ich die Hauptschule verließ mit der Deutschnote 3 (»schwach befriedigend«), hätte mit fast hundertprozentiger Wahr­scheinlichkeit niemand je vermutet, dass ich irgendwann einmal Schriftsteller werden würde. Aber wie sagt man so schön: Man steckt eben nicht drin.
Meine Werke werden hier lediglich aufgelistet; nochmals alle Covermotive zu präsentieren samt Inhaltsangabe des jeweiligen Werkes, halte ich für nicht notwendig, da meine Werke bereits im Internet auf unterschiedlichen Plattformen (u. a. AMAZON) präsentiert worden sind; auf AMAZON finden sich ebenfalls zahlreiche aussagekräftige Leser(innen)rezensionen, die einen (subjektiven) Eindruck davon vermitteln können, wie das oder das Werk von dem oder der rezipiert worden ist. Presseurteile zu einigen Werken findet man, sofern man so was überhaupt zur Kenntnis nehmen möchte, unter: https://liton.nrw/person/daus-rainer

BIBLIOGRAFIE (Stand August 2020):

Der tiefe Fall des Wolfram Harth. Drama.
Berlin 2020.
Inhalt & Leseprobe

Die Jungfrau aus dem Norden. Gedichte.
Berlin 2019.
Inhalt & Leseprobe

Brandts Schuld.
Erzählung. Berlin 2020.
Inhalt & Leseprobe

Brandts Geheimnis.
Novelle. Berlin 2019.
Inhalt & Leseprobe

Fünfzehn Tritte. Kurzgeschichten.
Berlin 2018.
Inhalt & Leseprobe

Tränen, einfach so. Gedichte. Münster 2016.
Der Männerabend. Drama. Münster 2016.
Siebzehn Tage. Kurzgeschichten. Münster 2016.
Der Lebensmüde. Erzählung. Münster 2009.
Das Jesuskind. Roman. Münster 2008.
Die Seelenkrüppel. Roman. Münster 2007.
Der Studienrat. Roman. Münster 2007.

ZITIERFÄHIGES

»Zitiert werden ist alles; alles andere ist nichts.« Ein Spruch, den ich prägte, als ich Student gewesen war an der Universität in Siegen. Ich gestehe: Ich wollte Wissenschaftler werden, seinerzeit, ich wollte promovieren, Karriere machen an der Hochschule als Dr. phil. Daraus ist, bedauerlicherweise, nichts geworden. Stattdessen bin ich Lehrer geworden, Studienrat, eine Tätigkeit, die vor allem heißt:
Reproduktion statt Produktion – was mich aber nicht daran gehindert hat, Sätze zu »erfinden«, die zitierfähig sind.

»In der Zeitung sein, in der Welt sein. Grundsatz Nummer 1, wenn man wahrgenommen werden will.« [aus: Der tiefe Fall des Wolfram Harth. Drama. Berlin 2020, S. 14]

  • »Wen man nicht lieben kann, den nimmt man sich eben zum Feind.« [aus: Der Studienrat. Roman. Münster 2007, S. 36]
  • »Wenn man mit der Gegenwart nicht klarkommt, verklärt man die Vergangenheit.« [aus: ebd., S. 77.]
  • »Depression ist, wenn man täglich mehrmals stirbt.« [aus: ebd., S. 158]
  • »Wer funktionieren muss, kann sich das Träumen nicht erlauben. Träume haben nichts zu tun mit dem, was Alltag ist, Notwendigkeit, Pflicht. Sobald man seinen Träumen ihren Auftritt erlaubt, ist es vorbei. Dann steckt man drin in der Falle, die einen, passt man nicht auf, irgendwann zerreißt. Erlaubt man sich das Träumen, obschon man funktionieren muss, ist es mit dem Funktionieren vorbei.« [aus: ebd., S. 242]
  • »Wo man das, wonach man sich sehnt, nicht erhält, da bleibt man nicht.« [aus: Die Seelenkrüppel. Roman. Münster 2007, S. 138]
  • »Ist Schaffen gleich Lust, wird, was werden wird, gut.« [aus: ebd., S. 152]
  • »Sein ist Option.« [aus: Das Jesuskind. Roman. Münster 2008, S. 60]
  • »Trott ist Sein wie Tod.« [aus: Der Lebensmüde. Erzählung. Münster 2009, S. 28]
  • »Männerrealität ist Kampf. Männerrealität ist Krieg. Ist Schläge kriegen und wegstecken, irgendwie. Ist, angeschossen werden und aufpassen, dass man nicht verblutet an den Wunden, die einem zugefügt werden durch die anderen, die sich auch ständig befinden im Kampf, im Krieg.« [aus: Der Männerabend. Drama. Münster 2016, S. 36]
  • »Ein Mann braucht seine Abenteuer wie der Trinker seinen täglichen Schnaps.« [aus: ebd., S. 47]
  • »In der Zeitung sein, in der Welt sein. Grundsatz Nummer 1, wenn man wahrgenommen werden will.«
    [aus: Der tiefe Fall des Wolfram Harth. Drama. Berlin 2020, S. 14]
  • »Schriftlichkeit ist Unsterblichkeit in Ewigkeit. Amen.« [aus: ebd., S. 53]
  • »Wer die moralische Macht hat, definiert die Grenzen der Toleranz.« [aus: ebd., S. 55]
  • »Das Wort Sexismus ist die Guillotine des 21. Jahrhunderts.« [aus: ebd., S. 57]

MEINE 12 KLASSIKER

Wer Schriftsteller werden will, muss vorher »viel« gelesen haben, die »Klassiker der Weltliteratur« zum Beispiel, denn ein Gen, das bestimmt, dass jemand Schriftsteller wird, gibt es nicht. Für meine literarische Sozialisation waren ein Dutzend Werke prägend, »meine 12 Klassiker«, nicht zuletzt wegen ihrer sprachlich-stilistischen und formalen Besonderheiten.

1. Gerhart Hauptmann: Bahnwärter Thiel. Eine novellistische Studie.
2. Martin Walser: Ein fliehendes Pferd. Novelle.
3. Charles Bukowski: Fast eine Jugend oder das Schlimmste kommt noch. Roman.
4. Alfred Andersch: Sansibar oder der letzte Grund. Roman.
5. Albert Camus: Der Fremde. Erzählung.
6. Franz Kafka: Die Verwandlung. Erzählung.
7. Max Frisch: Homo Faber. Ein Bericht.
8. Martin Walser: Brandung. Roman.
9. Thomas Bernhard: Der Theatermacher. Drama.
10. Ludwig Fels: Ein Unding der Liebe. Roman.
11. Cormac McCarthy: Die Straße. Roman
12. Gottfried Benn: Gedichte. (insb. jene aus der Zeit 1912-1921)