Person

Geboren wurde ich am 14. Juni 1962 in (Bad) Berleburg. Die Mutter stammt aus dem Ruhrgebiet (Mülheim/Ruhr-Heißen) und verdiente Geld als Verkäuferin, der Vater ist gebürtiger Wittgensteiner und verdiente Geld als Handwerker (Schreiner). Nach dem Verlassen der Hauptschule erlernte ich zunächst den Beruf des Konditors, übte den Beruf auch mehrere Jahre aus. Anschließend wurde ich Soldat in Niedersachsen, zunächst in Braunschweig, später in Hildesheim. Danach arbeitete ich in unterschiedlichen Berufen (Lastwagenfahrer, Fensterputzer, Lagerist), bis ich Ende der 80er Jahre über den zweiten Bildungsweg das Abitur nachholte und an der Universität Siegen Germanistik, Geschichte und Politikwissenschaft auf Lehramt Sek. I/II studierte. Meine Staatsarbeit I schrieb ich im Fachbereich Geschichte; Thema: Franz Josef Strauß und die Ausrüstung der Bundeswehr mit atomaren Trägerwaffen. Bis zu meinem Ausscheiden aus dem Schuldienst 2013 unterrichtete ich an verschiedenen Gymnasien in Niedersachsen (Landkreis Göttingen) und NRW. Ich bin Mitglied der CDU. Ich lebe in Bad Berleburg, Ortsteil Raumland, bin nicht verheiratet und habe keine Kinder.

»Das Kernwort der deutschen Sprache ist für mich nicht Liebe, sondern das Verbum machen. Nur wer etwas macht, kann etwas hervorbringen, das die Zeiten überdauert.«
[aus: Brief an T. Hoffmann, Schriftsteller, vom 14.05.2020; Archiv des Verf.]

Und? Das ist alles? Diese Lexikonversion, die bereits bekannt ist seit Jahren?
Was willst du hören?
Was Privates zum Beispiel, eine »unerhörte Begebenheit«, irgendetwas, das erklärt, warum ist, was ist.
Als meine Schwester geboren wurde, 1967, hat man sie tagsüber nicht selten in den Kinderwagen gelegt und zum Schlafen ins Wohnzimmer geschoben. Ich bin dann oft ins Wohnzimmer geschlichen und habe an dem Kinderwagen so lange gerüttelt, bis sie wieder wach wurde und schrie. Wenn ich dieses Ziel erreicht hatte, bin ich sofort wieder raus und rüber in mein Zimmer und habe mit meiner Märklin gespielt oder mit meinen SIKU-Spielzeugpanzern, die ich mir vom Taschengeld gekauft hatte bei einem Spielwarenhändler in der Stadt.
Wie stand‘s um Literatur?
Im Elternhaus gab es keine Belletristik. Vater und Mutter wie auch die Großeltern mütterlicherseits lebten ohne Kafka, Beckett, Hemingway und so fort. Im Bücherregal des Vaters standen Eulenbücher und Fachbücher über das Schreinerhandwerk, dazu der Große Brockhaus, 15. Auflage, in 20 Bänden plus Ergänzungsband. Die Großmutter las regelmäßig »Groschenromane«, diese 64-Seiten-Dinger, die wöchentlich erschienen, Bergromanzen, Arztromane, »Angelina« und so ein Zeugs. Und der Großvater war passionierter Zeitungsleser und interessierte sich als frühverrenteter Bergmann und ex-Ostfront-Wehrmachtsoldat leidenschaftlich für Politik.
Was war mit Kunst?
Als mein Vater noch jung war, so um die 30, da gab es eine Phase, da hatte er gemalt, Kirchen und Kapellen aus Oberbayern in Öl auf Leinwand (warum auch immer), außerdem zeichnete er Eulen mit Grafit, realistische Sachen, mit einem Wort, die indes nie ausgestellt worden sind. Davon abgesehen hing im Elternhaus kein einziges Kunstwerk, nicht mal eine Van-Gogh-Sonnenblumen-Reproduktion. An der Küchenwand hing der obligatorische Jahreskalender aus dem Supermarkt, im Flur und im Wohnzimmer hingen Hirschgeweihe und Rehbockskrönchen, die der Vater ständig anschleppte von irgendwoher.
Frauengeschichten?
Einige.
Aber keine Frau, die blieb?
Keine, die blieb.
Warum?
Steht alles in meinen Büchern.

Außerdem: Rockmusikfan seit Jugend an (Led Zeppelin, Rory Gallagher, Ted Nugent, Van Halen, Aerosmith, Iron Maiden, Motorhead usf.), Traualtarflüchtling, kategorischer Reproduktionsverweigerer, Kaffeehausbesucher, Whiskytrinker, Zigaretten- und Zigarrenraucher, Wörtererfinder (z. b. Franzmannstange für Baguette), Ganzjahres-Gartenvögelfütterer, Schmetterlingsbeobachter, »Hummelretter«, »Wassermensch« (See, Meer, Flüsse), Atomkraftbefürworter, Flugzeugträger-für-die-Bundesmarine-Forderer, Audi-TT-Cabrio-Fahrer, bekennendes »Landei«, Großmutterverehrer, »Mamakind«, Frühaufsteher, Beter, Flugangstbekenner, Ärmelhochkrempler (»Macher«), HSV-die-Treue-Halter (seit 1976) usf. usf.

 


Fundamentale Selbsterkenntnisse:
[1] Ich bin nicht der Nabel der Welt.
[2] Jede Honigbiene ist für den Erhalt der Schöpfung wichtiger als ich.
[3] »Panta rhei.« (Heraklit)